Überraschung gelungen: Silber für U16 männlich

Die "Jungs in Rot" Unter 16 Jahren haben überraschend für ein Ausrufezeichen bei den Hamburger Meisterschaften gesorgt. Mit lediglich einem 15jährigen und einem halben Dutzend 13jähriger gelang die Qualifikation für die Norddeutsche Meisterschaft am 18. und 19. März in Kiel. Die dominierenden Vereine der höheren Jahrgänge aus Eimsbüttel und Rissen konnten den wilden Haufen nicht besiegen, das gelang nur einem unbeugsamen Dorf aus Stormarn. Trainer Mischa Urbatzka ist stolz auf die Jungs: "Diesen Erfolg haben sich die Burschen durch viel Training verdient! Ich freue mich, dass wir die Möglichkeit haben uns mit den Top-Teams aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zu messen. Jedes Spiel auf hohem Niveau hilft den Spielern in ihrer Entwicklung."

Das Auftaktspiel gegen den Rissener SV wurde schnell mit 2:0 gewonnen. Tolles Geburtstagsgeschenk für Kapitän Paul Hinz. Das HT16-Team war in allen Spielelementen überlegen, zeigte sich lediglich zu Beginn des ersten Satzes noch nervös. Am Ende stand Carlo Brüser, der Junior des Teams, auf dem Feld und zeigte, was er kann. Der pferdegeküsste, nicht einsatzfähige Malte Höppner grinste von der Bank. Das war einfach. Im zweiten Gruppenspiel stand der Ahrensburger TSV auf der anderen Netzseite - mit vier langen 15jährigen. Der erste Satz ging knapp verloren und der zweite wurde mit viel Aufschlagdruck deutlich gewonnen. Kevin Gehm's Sprungaufschläge zeigten Wirkung. Im Tie-Break ging dann gar nix mehr - beim Seitenwechsel hatten die Roten noch keinen Punkt erzielt. Die Überlegenheit des zweiten Satzes war wohl emotional noch nicht verarbeitet. Als Gruppenzweiter wartete im Halbfinale der Eimsbütteler TV auf die Mannschaft des Jahres der HT16.

Mit fünf Auswahlspielern und vielen 15jährigen startete der ETV mit einer 11:6-Führung in den Tag und konnte den Punkteabstand bis zum Satzende verteidigen: 25:21. Mit stark veränderter Aufstellung begann der ETV den zweiten Satz und lag schnell hinten: 3:10 und 9:16 ergab sich der Endstand von 15:25. Pawel Matusik hämmerte Aufschläge über's Netz und Fabian Richter lobbte hinter den mächtigen Doppelblock des ETV. Drei Spielerwechsel und zwei Auszeiten konnten das HT16-Team nicht aufhalten. Die Tie-Break-Erfahrung des Vortages hatten die Roten im Hinterkopf und wieder mißlang der Start: Mit eigenem Aufschlag schaftte der ETV eine 2:0-Führung. Doch der rote Haufen zeigte sich lernfähig: Über 4:6 und das 5:8 zum Seitenwechsel wurde eine stabile Führung erspielt. Vier furiose Aufschläge von Moritz Camp und eine beeindruckende Schmetterballabwehr später, stand es 6:12. In Eimsbüttel gingen die Lichter aus und mit dem 8:15 auf der Anzeigetafel erschallte ein rhythmisches Finale-Oho aus einem Pulk fröhlicher HT16-Mitglieder. Das extra-breite Grinsen der Jungs zeigte deutlich, wie stolz sie auf sich und das Erreichte waren. Komisch: Selber Gesichtsausdruck bei den Eltern.

Im Finale ging es erneut gegen den Ahrensburger TSV. Diesmal in der Sporthalle mit Tribüne - parallel zum Finale der Mädchen. Ein komplett anderer Spielverlauf: Ahrensburg führt zwar 5:0, doch Paul Hinz bringt sein Team von 7:6 bis auf 7:14 in Führung. Ahrensburg kan auch druckvoll aufschlagen und das Spiel ist spannend. Bei 21 Punkten ist Gleichstand. Kurz vor Schluß führt die HT16 mit 22:24, doch den Stormarnern gelingt die Wendung zum 26:24. Im zweiten Satz startet die HT16 mit 2:4-Führung und schaftt mit Fabian Richter am Aufschlag das 10:18. Ahrensburg kommt heran, doch mit 23:25 gelingt der Satzausgleich. Tie-Break? Ahrensburg? War da was? Aus einer 2:3-Führung gelingt der HT16-Crew lange keine Annahme mehr, so dass trotz Spielerwechsel, Auszeit und Seitenwechsel ein Zwischenstand von 13:4 erreicht ist. Am Ende jubelt Ahrensburg verdient. Vor allem im Tie-Break konnten die Stormarner ihre Körpergröße am Netz wirksam einsetzen - den 13jährigen fehlten einige Dezimeter Körperlänge.

Den passenden Kommentar haute Lasse van Keeken auf der Rückfahrt raus: "Solche Tie-Breaks passieren mir nicht nochmal!" und kündigte eine höhere Trainingsbeteiligung an. Wenn die Niederlagen solche Reaktionen hervorrufen, stimmt die Einstellung. Weiter so!

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