Rückblick: Die erste Oberligasaison im Fußball – eine historische Spielzeit

Gökhan Iscan (38, Kapitän)

Mit Blick auf die erste Fußball-Oberligasaison der 1. Herren der HT16 lässt sich eines mit Sicherheit sagen: Das war richtig gut!

Als Aufsteiger aus dem Vorjahr würde man eigentlich erwarten, gegen etablierte und ambitionierte Oberligisten als Underdog am Ende der Saison in der unteren Tabellenhälfte zu landen, wenn nicht sogar mit dem Abstieg zu kämpfen. Doch unsere Jungs der 1. Herren beweisen mit einer über die gesamte Saison hinweg beeindruckenden Leistung das Gegenteil.

Auswärtsstark, heimschwach

Die Statistik spricht eine klare Sprache. HT16 war in der Fremde eine Macht. Zehn Auswärtssiege brachten satte 30 Punkte ein, ein Wert, der sich sehen lassen kann. Dagegen konnte die Mannschaft bis zum 30. Spieltag zu Hause nur 5 von möglichen 14 Spielen gewinnen. Doch der Endspurt hatte es in sich. Jedes der letzten drei Heimspiele konnten unsere Jungs für sich entscheiden und zuletzt mit einem spektakulären 5:4 Erfolg gegen TURA Harksheide die beeindruckende Saison perfekt machen. Mit 15 Siegen, 3 Unentschieden und 13 Niederlagen bei einem Torverhältnis von 85:85 hat der Neuling eindrucksvoll bewiesen, dass er in der Liga nicht nur mithalten, sondern gehörig aufmischen kann.

„Keine Söldnertruppe“

Das Erfolgskonzept war kein teuer eingekauftes Team. Sondern eine eingeschworene Gemeinschaft. „Gott sei Dank haben wir keine großen Geldgeber. Wir wollen keine Söldnertruppe sein“, betonte Trainer Eddy Örün (38) schon vor der Saison. Diese Philosophie, die der sogenannte „Paloma-Weg“ verkörpert, ging voll auf. Die Mischung aus jungen Talenten und erfahrenen Führungsspielern und Ex-Profis wie Deran Toksöz (37, drei Spiele in der 3. Liga für Holstein Kiel) und Gökhan Iscan (38, ein Spiel für den türkischen Zweitligisten Altay SK) zahlte sich aus. Die Jungen sammelten wertvolle Minuten, während die Routiniers Stabilität ausstrahlten. „Ein gesundes und langfristiges Wachstum in familiärer und leistungsorientierterer Atmosphäre“, das war die Devise, die der Mannschaft diesen Erfolg bescherte.

Anerkennung von außen und Pläne für die Zukunft

Die Früchte dieser Arbeit bleiben nicht unbemerkt. „Seit einiger Zeit erhalten wir immer mehr Mails von Scouts, die sich zu unseren Partien anmelden, um unsere Spieler zu scouten. Das betrachten wir als große Anerkennung“, freute sich Ahmet Sahin (39, Abteilungsleiter Fußball) im Saisonverlauf. Mit dieser Saison haben die 1. Herren der HT16 bewiesen, dass man auch ohne große Geldgeber ganz oben mitspielen kann.

Die Mission „Etablierung in der Spitzengruppe“ ist geglückt. Platz sechs ist eine fantastische Visitenkarte für den ältesten Sportverein der Welt. Die nächsten Projekte sind bereits in Sicht. Der Ausbau der Jugendarbeit und eine neue Tribüne für die Sportstätte Legienstraße. Von einem Aufstieg in die Regionalliga Nord ist aber noch keine Rede. „Dafür müssten wir uns ja nicht nur sportlich qualifizieren. Das müsste auf gesunden Füßen stehen. Nur dann würden wir das machen.“

Aber eines ist nach der Saison sicher. Die Oberliga-Hamburg weiß jetzt, wer die HT16 ist. Und wenn wir nächstes Jahr endlich auch zu Hause das abrufen, was wir auswärts so eindrucksvoll gezeigt haben, dann könnte diese Mannschaft noch ganz große Dinge vorhaben. Wir sind bereit für die nächste Runde!

https://www.abendblatt.de/sport/article411519536/oberliga-hamburg-scouts-verfolgen-sensationsteam-mit-ganz-viel-hsv-power-fc-st-pauli.html

Die Zitate aus dem Artikel stammen aus diesem Bericht des Hamburger Abendblattes. Dieser Bericht enthält zudem ergänzende Informationen zur ersten Oberligaspielzeit von HT16.